G. E. Lessing M. Mendelssohn W. Brandt K. Rauterberg Johannes P. „ ... es bleibet dabei:
Die Gedanken
sind frei!“

Gedanken aus Wolfenbüttel zum Zeitgeschehen
Kuluhmnen, Mitteilungen, Kritiken, Ein-und Ausblicke, usw.
Jürgen Kumlehn, Erinnerer - Lessingstadt Wolfenbüttel

Wolfenbüttel hat sich ein neues Image geschaffen. Das Markenleitbild vom März 2016 nimmt Gotthold Ephraim Lessing als Grundlage und macht daraus den modernen Slogan „echt lessig“. Die ganze Welt soll davon nun erfahren. Mit der Berufung auf Lessing übernimmt die Stadt für ihre Bürgerinnen und Bürger eine große Verantwortung. Mit „echt lessig“ ist das frühere „kräuterlikörig“ nun zurück in die Eichenfässer der Likörfabrik Jägermeister verbannt worden.
Soll der Aufklärer Lessing nicht verballhornt werden, muss gleichzeitig auch eine Annahme von Kritik und die Entwicklung einer Streitkultur aufrichtig betrieben werden. Gerade dazu besteht in Wolfenbüttel ein großer Nachholbedarf.

Lessing war ein Aufklärer, ein Genie der Kritik, der sein rhetorisches Florett kunstvoll gegen die Mächtigen führte. Thomas Assheuer, DIE ZEIT, 12.11.2009 Nr. 47.
______________________________________________________________________________

- BZ 21.11.2016: Apokalypse in Aleppo. Aleppo wird zur Hölle. Rund um die Uhr krachen die Bomben und Raketen.
- BZ 23.11.2016: Paris. Millionenbeute bei Überfall auf Touristinnen. Zwei unbekannte Täter stoppten die Limousine von zwei Frauen aus dem Emirat Katar und erbeuteten Schmuck im Wert von über fünf Millionen Euro. Die Frauen waren zuvor auf dem Flughafen von Le Bourget gelandet und von einem Chauffeur abgeholt worden.

- Ist Berlin Weimar? Lesen Sie Texte zur AfD speziell aus Wolfenbüttel
01.12.2016 (Menü links oben)

23.12.2016 Neuerkerode.
Im Konfirmationsunterricht Ende der 1950er Jahre habe ich diesen Satz gelernt: Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Ich weiß nicht in wie vielen Weihnachtsgottesdiensten ich den gleichen Satz (Lukas) gehört und mitgenommen habe. Er hat mein Leben begleitet. Nun finde ich in den Neuerkeröder Blättern Nr. 104 vom Dezember 2016 im einführenden Text des Geschäftsführers der Unternehmensgruppe Evangelische Stiftung Neuerkerode (ESN), des Pastors Rüdiger Becker, diesen Spruch - allerdings abgewandelt: Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Der Spruch, den ich kenne, wünscht allen Menschen Frieden. Die neue Art, von Becker hier eingeführt, beschränkt den Friedenswunsch auf die Menschen seines (Gottes) Wohlgefallens. Neuerkerode geriert sich mit all seinen Einrichtungen als Förderer der Inklusion. Auf die Menschen seines Wohlgefallens reduziert bedeutet allerdings eher Menschen werden ausgeschlossen. Welche Menschen will Becker vom Wohlgefallen ausschließen? Ich bitte um eine Antwort.


6. Januar 2017 Wolfenbüttel
Diesen meinen Leserbrief veröffentlichte die Braunschweiger Zeitung:
Wir brauchen einen echten Kulturausschuss!
Der Forderung Frau Vorderwülbeckes, dass Wolfenbüttel Fachleute für den
Denkmalbereich benötigt, ist zuzustimmen. Eine Forderung ähnlicher Art hat
Lienhard von Monkiewitsch bereits im Juni dieses Jahres in dieser Zeitung
im Zusammenhang mit der Aufstellung einer Skulptur im Seeliger-Park
aufgestellt: Fachleute müssen über Kunst entscheiden. Dass der seinerzeitige
Kulturausschuss mit derartigen Fragen überfordert ist, wurde an dessen
Entscheidung deutlich, das sogenannte Busch-Denkmal gegenüber dem
Nathan aufzustellen. Glücklicherweise hat der Verwaltungsausschuss diese
Entscheidung korrigiert - allerdings auch nicht gerade perfekt. Die Überforderung
auch des nach der Kommunalwahl neu zusammengesetzten Ausschusses konnte
man in der letzten Sitzung erleben, als mit oberflächlichen Beiträgen Entscheidungen
zum Kunstpfad beschlossen wurden. Es ist ein Manko für die städtische Kulturpolitik,
dass Dr. Christoph Helm nach seinem Rücktritt hier nicht mehr aktiv sein kann.
Hoffentlich rächt sich die Oberflächlichkeit dieses Gremiums nicht nach der Eröffnung
des sogenannten Bürgermuseums, in dem merkwürdiger Weise auch die höfische
Geschichte
dargestellt werden soll. Zwei Fraktionen (Linke und Grüne) hatten für
die inhaltliche Gestaltung ein besonderes mit Fachleuten aus Wolfenbüttel und von
auswärts zu bildendes Gremium beantragt. Die Mehrheitsfraktionen haben das abgelehnt.
Es ist an der Zeit, dass die angeblich heimliche Kulturhauptstadt Niedersachsens einen kompetenten Kulturausschuss - ohne Städtepartnerschaften und Tourismus - erhält,
hauptsächlich zusammengesetzt aus Kulturfachleuten und nur marginal mit Politikerinnen
und Politikern.
Jürgen Kumlehn, Erinnerer


Januar 2017 Wolfenbüttel
Am 11.Januar erinnerte in seiner BZ-Kolumne Georg Ruppelt an Paul Raabe, den einstigen Direktor der Herzog August Bibliothek, der im kommenden Februar 90 Jahre alt geworden wäre. Und das war gut so. Denn Raabe fehlt in Wolfenbüttel. Es wird immer deutlicher, dass kulturelle Mief der Jahrzehnte vor Raabe in Wolfenbüttel an Boden gewinnt. Raabe als Korrektiv fehlt in der heimlichen Kulturhauptstadt, wie man hier glaubt sich nennen zu können. Deutlich wurde das im Herbst 2016, als der städtische Kulturausschuss eine sogenannte Busch-Skulptur direkt der Nathan-Sulptur“ gegenüberstellen wollte. Beinahe Restaurationscharakter hat die durch die Museumsleiterin geförderte Veröffentlichung persönlicher Erinnerungen eines ehemaligen NS-Jungvolkführers, der seine „Nazizeit“ beschönige und dabei nicht zurückschreckte, Juden zu erfinden, um sich weißzuwaschen.
Dieses Buch wurde im Herbst vergangenen Jahres in einem Wolfenbütteler Gymnasium von einem Braunschweiger Geschichtsprofessor vorgestellt und quasi als Jugendbuch empfohlen.
Lesen Sie: Erfundene Juden: http://www.nsspurensuche.de/index.php?id=4&topic=16&key=6
Als Leitfigur dieser Entwicklung scheint die Museumsleiterin und Historikerin Dr. Sandra Donner aufzufallen.
Aus dem Jahr 1825 stammt dieses Zitat Goethes: Ein Mann wie Lessing täte uns not. Denn wodurch ist dieser so groß als durch seinen Charakter, durch sein Festhalten! - So kluge, so gebildete Menschen gibt es viele, aber wo ist ein solcher Charakter!
Ich erlaube mir, dieses Zitat zu aktualisieren:
Ein Mann wie Raabe täte uns not.